Training
Karate-Technik filmen und per Video analysieren
Nimm vergleichbare Karate-Videos auf, prüfe jeweils ein sichtbares Detail und formuliere eine konkrete Frage für das nächste Training.

Filme deinen ganzen Körper mit einer stabilen Kamera, behalte Winkel und Startmarke bei und suche zuerst nach der frühesten sichtbaren Veränderung. Sieh die komplette Wiederholung zunächst in normaler Geschwindigkeit. Vergleiche danach zwei oder drei kontrollierte Versuche und nimm eine präzise Frage mit zu deinem Trainer.
Eine vergleichbare Aufnahme vorbereiten
Lege vor dem Start eine Aufgabe fest: eine Kata-Drehung, einen Standwechsel, eine Kihon-Kombination oder einen kontrollierten Kumite-Einstieg. Räume die Trainingsfläche frei. Stelle das Smartphone etwa auf Hüft- bis Brusthöhe und weit genug entfernt auf, damit Hände, Füße und Endposition im Bild bleiben. Nutze ein Stativ oder eine feste Ablage.
Markiere deine Startposition und den Kamerastandort mit ablösbarem Tape. Diese zwei Marken verbessern den Vergleich mehr als ein spektakulärer Aufnahmewinkel. Nutze Querformat für Bewegungen über die Fläche und vermeide starkes Gegenlicht.
Hole die ausdrückliche Einwilligung aller Personen ein. Beachte die Regeln des Dojos und filme keine Kinder, Stimmen, Gesichter oder erkennbaren Orte, wenn du sie nicht für die Analyse brauchst.
Den Winkel an die Frage anpassen
- Frontal: prüfe Standbreite, seitliche Balance, Deckung und Abweichungen von der Linie.
- Seitlich: prüfe Standlänge, Haltung, Hüftbewegung und Reichweite.
- Diagonal: nutze diese Sicht für Drehungen, Kombinationen und Einstiege, die frontal verdeckt bleiben.
- Zweiter Winkel: ergänze ihn nur, wenn die erste Sicht die Frage nicht beantwortet.
Bei Kata sollte der Embusen möglichst vollständig sichtbar bleiben. Ist der Raum zu klein, filme den problematischen Abschnitt und benenne die Einschränkung. Unser Kata-Leitfaden zeigt, wie du einen Abschnitt isolierst. Nutze bei Standfragen den Karate-Stand-Leitfaden statt eines einzelnen günstigen Standbilds.
In drei Durchgängen prüfen
1. Normale Geschwindigkeit
Pausiere nicht. Prüfe Rhythmus, Richtung und Kontrolle. Notiere den ersten unsicheren Moment. Zeitlupe zeigt zwar eine Fußposition, aber nicht allein, ob die Distanzentscheidung oder der geforderte Rhythmus passt.
2. Früheste sichtbare Veränderung
Gehe zum Anfang des Unterschieds zwischen den Versuchen zurück. Schreibe eine neutrale Beobachtung: „Meine hintere Ferse hebt vor der Drehung ab“ oder „Mein Stand wird nach dem zweiten Schritt enger“. Diagnostiziere keine vermeintliche Schwäche. Das Video zeigt Position und Timing, nicht die Ursache.
3. Einen Hinweis testen
Teste einen sicheren Hinweis in zwei oder drei gleichen Wiederholungen. Wenn er ein Detail verbessert, aber Balance, Ablauf oder Kontrolle verschlechtert, reduziere das Tempo und frage deinen Trainer.
Eine gute Trainerfrage stellen
Zeige ein kurzes Vorher-Nachher-Paar statt zehn verschiedener Clips. Nenne Stilrichtung, Kata oder Übung, Intensität und Regelwerk. Frage zum Beispiel: „Wird mein Stand vor der Drehung enger, oder erzeugt die Kameraperspektive diesen Eindruck?“ Kläre für eine Prüfung zuerst die geforderte Version im Dojo und nutze unseren Gürtelprüfungs-Plan. Für Wettkämpfe gelten die aktuellen Vorgaben des Deutschen Karate Verbandes, des Ausrichters und gegebenenfalls die WKF-Regeln.
Eine kleine Vergleichsserie dokumentieren
Schreibe vor der ersten Aufnahme Datum, Übung, Blickwinkel und gewünschtes Tempo auf. Vergib keine Gesamtnote. Notiere nach jedem Versuch nur Startmarke, erste sichtbare Abweichung und den Hinweis, den du getestet hast. Filme danach eine letzte Wiederholung ohne zusätzliche Anweisung. So erkennst du, ob die Änderung auch dann bestehen bleibt, wenn du nicht bewusst an jedes Detail denkst.
Vergleiche Aufnahmen aus verschiedenen Tagen nur, wenn Aufgabe und Aufbau ähnlich bleiben. Ein anderer Boden, mehr Tempo, eine neue Kata-Version oder deutliche Ermüdung verändert die Bedingungen. Benenne solche Unterschiede, statt den neueren Clip automatisch als Verbesserung oder Rückschritt zu bewerten. Lösche Fehlaufnahmen, die nur die Decke oder einen abgeschnittenen Fuß zeigen, und bewahre nur die kurze Serie auf, die deine Frage beantwortet. Damit bleibt die Auswahl übersichtlich und du zeigst deinem Trainer verwertbares Material statt eines ganzen Kameraarchivs.
Sicherheit und Methode
Nutze Video für sichtbare Bewegungen, nicht zur Diagnose von Schmerzen oder als Versprechen gegen Verletzungen. Beende die Übung bei Schmerzen, Schwindel oder Beschwerden nach Kontakt. Besprich Symptome mit medizinischem Fachpersonal und technische Änderungen mit einem qualifizierten Trainer.
Dieser Leitfaden basiert auf dem offiziellen App-Store-Eintrag, den öffentlichen WKF-Regeln und einer Prüfung der am 15. August 2026 sichtbaren Suchergebnisse zur Karate-Videoanalyse. Wir haben unbelegte Genauigkeits-, Erfolgs- und Verletzungsversprechen ausgeschlossen.